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Grand Massive 4Gänsehaut für Metaller 


Obwohl die bayerischen GRAND MASSIVE schon seit über 10 Jahren aktiv sind und schon mit Szenegrößen wie OVERKILL, MUSTASCH, CROWBAR, C.O.C. oder RED FANG als Support unterwegs waren, sind sie in meinen Augen noch viel zu unbekannt. Die Band müsste eigentlich genau den Nerv vieler Metal- und Rockfans treffen. Denn ihr Sound ist ein Mix aus gutem Metal á la METALLICA und der Schwere von CROWBAR, der eigentlich die breiten Massen ansprechen müsste. Aber, aber ... es ist halt nicht so. Mit dem neuen Album, das erneut auf Metalville Records erscheint, hat die Band sogar noch einmal bei

bei ihrem Sound nachgelegt und noch einmal um feine, aber entscheidende Nuancen verfeinert. Vielleicht kann man das auch als normale Entwicklung bezeichnen. Dazu hat man mit Andy Classen, der erneut für Mix und Master zuständig war und Christoph von Freydorf von den EMIL BULLS für die Vocal-Recordings engagiert und somit einen Schritt in die obere Liga getätigt. Fans der alten Stunde werden sicherlich die Band sofort erkennen. Dieser letzte Feinschliff sollte auch eine große Menge an neuen Hörern finden. Alles wirkt ausgearbeiteter und eben durchdachter. Die Vocals von Alexander Andronikos haben (evtl. durch die Hilfe von Christoph von Freydorf) einen Schritt nach vorne gemacht wirken in jeder Zeile ausdrucksstark und passend. Was hier an guten Gesangslinien ausgearbeitet wurde, gehört auf jeden Fall gewürdigt. Ebenso sind die Solos von Peter Wiesenbacher eine starke Angelegenheit.

Musikalisch überrascht die Band gleich mit einem sehr schnellen Opener, der im Refrain sogar etwas von LIFE OF AGONY hat. Überhaupt hätte dieses Album auch in den Glanzzeiten der 90er Jahre erscheinen können. Den Sound und das Gefühl, welches Grand Massive hier veröffentlich, hat man so seit den 90ern nicht mehr gehört. Es wirkt alles frisch und voller Kraft. Ein Song wie "My Path" mit Dirk Weis von Warpath am Gesang wirkt wie ein Mix aus CARNIVORE, LIFE OF AGONY und SLAYER. "Recurrance" würde auf jeder METALLICA-Platte eine gute Figur abgeben, genauso wie "Poisond Bait". Außerdem ist es GRAND MASSIVE gelungen, mit "Never Gone" einen emotionalen Song zu erschaffen, der aus Textzeilen einiger großartiger, verstorbener Künstler besteht. Im Mittelteil befinden sich einige Newsmeldungen zu den verstorbenen Heavy-Metal-Helden und dürfte bei jedem Metaller eine Gänsehaut auslösen. Einen richtig schwachen Song gibt es nicht auf dem vierten Output der Band und somit ist die Scheibe hoffentlich bald in den Bestenlisten der Fans zu finden.

VÖ 15.5.2020 - Metalville Records / Rough Trade - www.facebook.com/grandmassive